Programm Japan 07.04. - 18.04.
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Erlebnisbericht von Teilnehmern
BIG IN JAPAN
Erlebnisbericht über unsere Jugendreise nach Japan vom 07. – 18.04.2009
Gutgelaunt trat unsere kleine, achtköpfige Jugendgruppe, zusammen mit unserer Betreuerin Frau Willinger-Rass, die Japanreise über Ostern an.
Die Spannung war groß, was uns bei unserer 12-tägigen Reise nach Ageo, Nagaoka und Tokyo erwarten würde. Nur zwei zu erwartende Dinge erschienen uns relativ gewiss: die zu dieser Jahreszeit blühende Kirschblüte live und in Farbe, sowie die hektische Megametropole Tokyo, hautnah zu erleben.
Nach unserer Ankunft in Japan war die Stadt Ageo, im Großraum Tokyo und nördlich davon gelegen, unser erster Anlaufpunkt per Bahn.
Die freundliche Aufnahme in den Kreis unserer Gastfamilie vermittelte uns einen Eindruck von japanischen Verhaltensweisen, Wohn- und Essgewohnheiten. Neben einem offiziellen Empfang beim Bürgermeister und dem Besuch einer Schule und eines Kulturzentrums, in dem wir an einer Teezeremonie teilnehmen und uns in der Technik der Kalligrafie üben konnten, integrierte man uns auch in die vielfältigen nachschulischen Aktivitäten wie Sport, Mangazeichnen und Cheerleading Die Gastfamilien wiederum unternahmen mit uns Ausflüge ins Disneyland Tokyo und zur Tempelanlage von Nikko. Die Zeit verging im Fluge und nach drei Tagen hieß es schon für uns, bei der traditionellen Sayonaraparty Abschied von Ageo zu nehmen.
Mit dem Shinkhansen fuhren wir weiter nach Nagaoka, wo uns die neuen Gastfamilien freudig erwarteten, um uns mit „Land und Leuten“ bekannt zu machen und uns in das „Blütenmeer“ draußen zu entführen. Denn wenn die Kirschen in Blüte stehen, wird ein Hanami mit Freunden und Familienmitgliedern gefeiert, zu dem wir eingeladen waren.
Der nächste Tag bot ein Kontrastprogramm, das allen sehr viel Spaß machte. Während wir morgens einen Kindergarten besuchten und die Kleinen mit deutschen Liedern bzw. Spielen unterhielten und außerdem ihre interessierten Fragen zu „Deutschland“ beantworteten, hatten wir nachmittags einen Termin in der Technischen Hochschule in Nagaoka zur Besichtigung und dem Gespräch mit Studenten, unter deren freundlicher Anleitung wir einige technische Dinge selber bauen durften.
Nach dem Empfang durch Offizielle der Stadt erfolgte die Weiterfahrt per Bus zum Yahiko Shrine, am Fuße des Berges Yahiko in der Präfektur Niigata, der wiederum in einem schönen Park voller blühender Bäume und auch Steingärten liegt. Auch ein Ausflug zum Strand bei Niigata am Japanischen Meer und ein Besuch des Fischmarktes, mit seinen vielen Delikatessen, durften bei dieser Gelegenheit nicht fehlen. Bevor wir uns im Kulturzentrum mit japanischen und Jugendlichen aus Saipan (Südsee) austauschten, hatten wir die hervorragende Möglichkeit, unsere müden Füße in einem Fußonsen zu entspannen.
Aber nicht nur Familienatmosphäre, Natur, Sehenswürdigkeiten und Bildungseinrichtungen sollten wir kennenlernen, sondern auch hinter die Kulissen eines Wirtschaftsbetriebes schauen. In einem Agrarbetrieb ließen wir uns die einheimischen landwirtschaftlichen Produkte zeigen und stellten Nudeln für den eigenen Verzehr zum Mittagessen her. Anschließend informierten wir uns im Niigata Prefecure Museum of History über die Entwicklung der Bevölkerung und über historische Details.
Wie gut, dass es die 100 Yen-Shops gibt. Da man hier für umgerechnet 0,80 Euro kleine Souvenirs erstehen kann, deckten wir uns mit mehr oder weniger nützlichen Mitbringseln für unsere Lieben daheim ein, beispielsweise mit Essstäbchen, Teegeschirr oder Essschalen.
Bei einem großen, gemeinsamen Abschiedsessen besiegelten wir schließlich die neu geknüpften Freundschaften und unser Aufenthalt in Nagaoka klang sehr harmonisch aus.
Zum Abschluss der Reise erwarteten uns noch zwei aufregende Tage in der pulsierenden Hauptstadt Tokyo, auf die wir uns schon sehr gefreut hatten. Während des Kurzaufenthaltes erkundeten wir die Stadt per U-Bahn und zu Fuß. Wir spazierten durch den zentral gelegenen Kaisergarten und warfen einen Blick auf den Kaiserpalast, sahen den Tokyo Tower und besuchten das Hard Rock Café im Stadtteil Roppongi, besichtigten in Asakusa den Senso Tempel und den Asakusa-Schrein und schlenderten durch die angrenzende Marktstraße Nakanise-dori. Das jugendliche Fashion-Viertel Shibuya mit seinen trendigen Kaufhäusern zog nicht nur uns an; es ist dauerhaft von Menschenmassen überflutet. Auch die Elektronikgeschäfte und Manga-Läden in Akihabara erregten unsere Aufmerksamkeit, denn der Stadtteil ist ein Mekka für alle Technik-Fans und Comic-Interessierten.
Da die Uhren in dieser Stadt irgendwie schneller gehen als anderswo, konnten wir natürlich nur einen Bruchteil der Stadt sehen und die Abreise rückte unerbittlich näher. Während wir zum Flughafen fuhren, ließen wir die Zeit in „Nippon“ nochmals Revue passieren. Als ich zwischendurch in einem kleinen Heft mit japanischen Dreizeilern blätterte, das mir eine meiner Gastfamilien geschenkt hatte, stach mir ein Haiku ins Auge:
Als ich zurücksah,
Am kühlen Abend Blüten
Im wilden Kirschenbaum.
Raizan
Wir sind uns einig, dass dieses für Japan so typische Frühlingsbild und die vielen anderen interessanten Erlebnisse und Begegnungen in unserem Gedächtnis haften bleiben werden. Eine Vielzahl von Erinnerungsfotos hilft uns außerdem dabei.
Hendrik Steinbrecher











